Die Diskussion um die Bad Bank
Mittwoch, 27. Mai 2009Deutschlands Kreditinstitute haben sich, ebenso wie angelsächsische oder amerikanische Institute, auf dem Kreditmarkt verspekuliert. Noch immer lauern zahlreiche Papiere in den Bilanzen der Institute, die zwar mit einem Wert verbucht sind, die aber stark ausfallgefährdet sind. Aus diesem Grund ist nach wie vor nicht abzusehen, wie sich die Krise in den kommenden Monaten weiter auswirken wird.
Um die Banken von diesen Gift-Papieren zu befreien und die Bilanzen zu bereinigen, wird in der Wirtschaft und in der Politik immer häufiger von einer so genannten Bad-Bank gesprochen. Diese Bank soll die „toxischen“ Papiere der Banken aufkaufen und im Gegenzug staatlich garantierte Anleihen begeben. Natürlich müssen die Banken gleichzeitig Rückstellungen für die Risiken bilden. Sofern der Verlust am Ende der Laufzeit aber höher ist, muss der Steuerzahler hierfür aufkommen. Allerdings kann dies erst in einigen Jahren, oft sogar erst nach 15-20 Jahren tatsächlich eingeschätzt werden. Laut Wirtschaftsberichten soll das Modell der Bad Bank wohl bis Mitte Mai ausgearbeitet sein.
Wirtschaftsminister zu Guttenberg diskutiert noch eine weitere Möglichkeit der Bad Bank, die vor allem für notleidende Landesbanken angewandt werden soll. Bei diesem Modell soll eine separate Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet werden, die wiederum Schrottpapiere aufnimmt. Gleichzeitig besteht hier aber die Möglichkeit, auch andere, notleidende Geschäftsbereiche auszulagern.
