Riester Rente für Geringverdiener sinnvoll?
Mittwoch, 7. Oktober 2009Die Bundesregierung hat die private Altersvorsorge in den letzten Jahren stark gefördert. Ihr stärkstes Instrument und Anreizsystem ist die Riester-Rente, an welcher sich der Staat mit staatlichen Zulagen beteiligt.
Der Staat und nicht zuletzt die Versicherungswirtschaft preisen die Riester Rente als ideales Vorsorgeprodukt für alle erwerbstätigen Bürger an. Doch entspricht dies auch den Tatsachen? Gerade bei Geringverdienern steht die Riester Rente in der Kritik. Grund hierfür ist die Anrechnung der Riester Rente bei der Grundsicherung.
Der Deutsche Staat sieht eine Grundsicherung im Alter in Höhe von durchschnittlich ca. 700 Euro monatlich vor. Liegt die eigene Rente darunter, wird die Differenz durch den Staat erstattet. Nach aktueller Rechtssprechung wird die eigene Riester-Rente jedoch bei der Grundsicherung angerechnet. D.h. würde die gesetzliche Rente bspw. nur bei 600 Euro liegen und die Riester Rente bei 200 Euro monatlich, so würden die monatliche Gesamtrente bei 800 Euro anstatt 900 Euro liegen.
Würde das heutige Niveau der Grundsicherung bleiben und würde man davon ausgehen, dieses Niveau mit der gesetzlichen Rente nicht zu erreichen, dann würde die eigenen Riester Rente also nicht den eigenen Geldbeutel vergrößern sondern vielmehr ein Beitrag in das Sozialsicherungssystem bedeuten.
Doch ist die Riester Rente deshalb nicht zu empfehlen? Wer weiß schon heute, wie viel er später an gesetzlicher Rente zu erwarten hat? Zudem ist es völlig unklar, ob die Grundsicherung auch in 30 Jahren noch auf jetzigem Niveau ist.
Wir teilen deshalb die Auffassung des Verbraucherschutz, dass die Riester-Rente eine lohnende Vorsorgemöglichkeit ist und genutzt werden sollte, um sich im Alter nicht von einer etwaigen Grundsicherung abhängig zu machen.
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