Quelle steht vor dem Aus

Dienstag, 20. Oktober 2009

Bis zuletzt haben Betriebsräte und Arbeitnehmer auf eine Rettung des Traditionskonzerns Quelle gehofft. Gestern kam nun nach langen Verhandlungen die Nachricht, dass Verhandlungen mit potenziellen Investoren zur Rettung von Quelle gescheitert seien. Dies hat der zuständige Insolvenzverwalter des Quelle Konzerns am Montagabend mitgeteilt.

Damit nimmt die Zerschlagung von Arcandor eine dramatische Wende. Nachdem die Beteiligung am Reisekonzern Thomas Cook bereits verkauft wurde, bleibt vom einstigen Großkonzern künftig nur noch die Warenhauskette Karstadt auf dem Markt. Das gesamte Versandgeschäft, welche unter der Dachorganisation Primondo läuft, wird somit aufgelösst. Nach Angaben der Financial Times Deutschland verlieren dadurch rund 7.000 Menschen ihren Arbeitsplatz.

Ein wesentlicher Hinderungsgrund für potenzielle Investoren soll die fehlende Einigung beim für Quelle lebensnotwendigen “Factoring” gewesen sein. Dabei gibt Quelle die Kundenforderungen, wie zum Beispiel aus einem Ratenzahlungsvertrag, gegen Provision an eine Bank weiter. Als Gegenleistung für die Abtretung zahlt der Factor bzw. die Bank an den Factoring-Kunden Quelle umgehend den Forderungskaufpreis und gewährleistet damit den Umsatz.

Die ebenfalls unter der Dachorganisation tätigen Spezialversandhäuser wie Baby Walz oder der Shopping Sender HSE24, sollen ihre Geschäfte künftig eigenständig vorantreiben.