Microsoft schmiedet Content-Bündnis gegen Google

Dienstag, 24. November 2009

Mit der Suchmaschine bing möchte Microsoft Google verstärkt Marktanteile abnehmen und versucht hierfür Verbündete in der Verlagswelt zu gewinnen. Derzeit rangiert bing mit einem Marktanteil von 10 Prozent abgeschlagen hinter Google mit einem Anteil von ca. 65 Prozent auf dem amerikanischen Markt.

Der Softwarekonzern Microsoft verhandelt zu diesem Zwecke mit Medienverlagen wie News Corp., um Exklusivrechte zur Indexierung von Inhalten in der Suchmaschine bing zu erhalten. Am Beispiel des Wall Street Journal würde dies bedeuten, dass Inhalte des WSJ künftig nicht mehr in der Suchmaschine Google sondern nur bei bing gefunden werden können.

Fraglich bleibt, was die Verlagshäuser für diese Exklusivrechte erhalten? Wie soll die Abrechnung erfolgen? Für die finanziell angeschlagenen Verlagshäuser klingt die Idee zumindest nach einer neuen Möglichkeit, ihre Inhalte zu monetarisieren und gleichzeitig Druck auf Google auszuüben, künftig ebenfalls ein Entlohnungssystem für die Indexierung von Inhalten zu entwickeln.

Doch die Idee birgt für Verlagshäuser auch ein großes Risiko. Mit einer Aussperrung von Google würden sie auch die wichtigste und größte Quelle ihrer Leserschaft verlieren. Die Zeiten, in denen Leser überwiegend treu auf die favorisierte News-Seite gehen, sind vorbei oder fanden im Internet nie statt. Vielmehr werden Suchmaschinen genutzt, um die passende Antwort zu ihrer konkreten Suchanfrage zu erhalten. Wer diese liefert, steigt auch in der Gunst der Leser.

Eine Aussperrung würde entsprechend einen herben Verlust an Lesern und damit auch an Reichweite für den Verkauf von Werbeleistung nach sich ziehen. Das Kooperationsmodell von Microsoft müsste also nicht nur für die exklusive Nutzung zahlen sondern auch die reduzierten Einnahmen durch Werbung kompensieren. Ob sich dieser Ansatz für alle beteiligten Parteien lohnt?