Rabattverträge sparen Kosten der Krankenkassen
Samstag, 2. Januar 2010Nach einem aktuellen Bericht des Deutschen Apothekerverband sparen die gesetzlichen Krankenkassen durch Rabattverträge mit den Pharmaunternehmen mehr als eine Milliarde Euro jährlich.
Bei Arzneimittel-Rabattverträgen handelt es sich um vertragliche Vereinbarungen zwischen einzelnen Arzneimittelherstellern und gesetzlichen Krankenversicherungen über die exklusive Belieferung der Krankenversicherten mit einzelnen Arzneimitteln des Herstellers. Untersagt der Arzt bei seiner Arzneimittel-Verordnung bzw. dem Rezept den Austausch nicht, so erhält der Patient in der Apotheke nicht zwangsläufig das Medikament von jenem Hersteller, der auf dem Rezept genannt ist, sondern ein Medikament mit dem gleichen Wirkstoff, gleicher Dosierung, gleicher Packungsgröße, gleichem Indikationsbereich und vergleichbarer Arzneiform, von einem der Hersteller, die einen Rabattvertrag mit der Krankenkasse des Patienten geschlossen hat.
„Die Apotheken setzen die Rabattverträge mit großem Aufwand in die Praxis um, werden jedoch ebenso wie die Versicherten über die tatsächlichen Einsparungen und den Erfolg einzelner Kassen im Unklaren gelassen“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverband Fritz Becker.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte für die zweite Jahreshälfte 2008 bereits ein Einsparvolumen von 310 Millionnen Euro ausgewiesen. Diese Entwicklung soll sich nach Ansicht des Ministeriums auch im Jahr 2009 und den kommenden Jahre fortsetzen. Es könne von weitaus höheren Einsparungen ausgegangen werden, da inzwischen viele juristische Unsicherheiten bei den Ausschreibungen beseitigt wurden und die gesetzlichen Krankenversicherungen deshalb immer mehr Rabattverträge abschließen.
Allein die AOK beziffert ihr jährliches Einsparpotenzial durch Rabattverträge auf 512 Mio. Euro. Weitere Ausschreibungen für 87 Wirkstoffe mit 435 Einzelverträgen sollen folgen. Auch die DAK teilte kürzlich mit, sie habe Zuschläge an Pharmahersteller für 18 Wirkstoffe erteilt und schreibe nun 95 weitere Wirkstoffe für Rabattverträge aus.
