Milliardenverluste durch Falschberatung
09.02.2010
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat in einem kürzlich veröffentlichten Bericht eine bessere Finanzaufsicht zum Schutz der Verbraucher vor falscher Anlageberatung gefordert.
Laut Aussage des Bundesverband könnten Anleger jährlich 20 Milliarden Euro zusätzliche Rendite erreichen, wenn eine verbraucherorientierte Reform und Restrukturierung der Finanzaufsicht erreicht würde. Anleger würden insbesondere durch ineffiziente Anlageprodukte, unverständliche und intransparente Verbraucherinformationen, mangelnden Wettbewerb, unfaire Vertriebsmethoden und provsionsgesteuerte Beratungen geschädigt.
Der Verbraucherschutz muss als Aufsichtsziel gesetzlich verankert werden. Dies schreibt die EU-Finanzmarktrichtlinie bereits längst vor. Aufgabe der Aufsicht wäre es dann, auch für eine bedarfsgerechte Anlageberatung zu sorgen. “Die Formel lautet: Bessere Aufsicht, weniger Verluste, mehr aufs Konto”, so Vorstand Gerd Billen.
Nach Meinung der Verbraucherzentralen sei die Bestrafung von verbraucherschädlichen Geschäftspraktiken bislang nicht weitreichend genug. “Die Anbieter kalkulieren die mangelnde Aufsicht in ihre Gewinnerwartungen für riskante Produkte und Praktiken mit ein”, so Billen. Griffen die zuständigen Behörden schneller und konsequenter durch, würde dies auch die Bereitschaft von Unternehmen fördern, ihre Geschäftspolitik verbraucherfreundlicher zu gestalten.
Kommentar schreiben