Angst vor Altersarmut: Viele Deutsche wandern aus

Donnerstag, 11. März 2010
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Das statistische Bundesamt hat festgestellt, dass die Zahl der deutschen Auswanderer noch immer auf einem hohen Niveau liegt. Im ersten Halbjahr 2009 wanderten 74.000 Deutsche in andere Länder aus, im gesamten Jahr 2008 verließen 175.000 Deutsche ihre Heimat.

Die Gründe für diese Zahlen sind interessant. Die Postbank hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach eine Studie erstellt. Im Mittelpunkt stand die Frage nach den Konsequenzen, sollte die Altersversorgung nicht ausreichen. 13 Prozent der berufstätigen Befragten über 50 Jahre wollten in einem solchen Fall in ein Land mit erschwinglichen Lebenshaltungskosten auswandern. Eine Vorjahresumfrage wies nur neun Prozent aus.

Es ist allerdings keine homogene Gruppe, die dazu neigt, die Heimat hinter sich zu lassen. 16 Prozent der berufstätigen Männer würden bei der Aussicht auf Altersarmut auswandern, aber nur zehn Prozent der Frauen. Auch können sich 14 Prozent der Menschen in den westlichen Bundesländern unter entsprechenden Umständen eine Auswanderung vorstellen, in den östlichen Ländern lediglich acht Prozent. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es dann auch in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres weniger Auswanderer aus den neuen Bundesländern.

Der berufliche Stand hat offensichtlich auch Auswirkungen auf die Bereitschaft zur Auswanderung. Wenn die Altersarmut droht, würden 17 Prozent der Selbständigen Deutschland den Rücken kehren. Bei den Angestellten liegt diese Quote bei zehn Prozent, und Beamte sind mit nur neun Prozent wohl sehr standorttreu.

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