Regulierung von Schadensfällen: Versicherungen lassen sich Zeit
Freitag, 12. März 2010Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat in Stichproben bundesweit arbeitende Anwälte gefragt, ob sich die Versicherungen bei der Regulierung von Schadensfällen und beim Rechtsschutz immer mehr Zeit lassen. Auch würden komplizierte und unangenehme Fragen nur mit Verzögerung beantwortet. Die Verbraucherzentrale hatte diesen Eindruck während ihrer Tätigkeiten gewonnen.
Zum Vergleich: Die wichtigsten Versicherungen
Michael Wortberg ist Versicherungsreferent bei der Verbraucherzentrale. „Das Ergebnis ist erschreckend, deckt sich aber voll mit unseren Eindrücken und Erfahrungen,“ fasst er die Befragung zusammen. Mehr als 80 Prozent der befragten Anwaltskanzleien gaben an, dass sich die Zeiten für die außergerichtliche Bearbeitung von Schadensfällen verschlechtert habe, rund 75 Prozent machen ähnliche Angaben für Deckungszusagen und Abrechnungen bei den Rechtsschutzversicherern.
Bei den gerichtlichen Streitfällen sieht es etwas besser aus. Nach Meinung der Mehrheit der befragten Anwälte haben sich hier die Bearbeitungszeiten und die folgenden Regulierungen nicht verändert. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, so ist es doch erstaunlich, dass auf keinem der nachgefragten Gebiete eine Verbesserung zu verzeichnen war. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass Fusionen und Personalabbau Gründe für solch schlechte Resultate sind.
Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale mit dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft Kontakt aufgenommen. Man bittet dabei um eine Stellungnahme zu diesen Negativergebnissen, die sich mit Sicherheit nicht mit der immer wieder betonten Zielsetzung der effektiveren Kundennähe in Einklang bringen lässt.
