Regierungslob für Riesterrente trotz großer Mängel

Dienstag, 16. März 2010
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Die Bundesregierung hat der Riesterrente durchweg gute Noten erteilt. Der Verbraucher könne mit einem transparenten Angebot rechnen, und der Gesetzgeber müsse kaum zusätzliche regulierende Maßnahmen ergreifen. Als Erfolg wertet die Regierung ebenfalls die Zahl der ungefähr 13 Millionen abgeschlossenen Riesterverträge.

Top-Altersvorsorge mit staatlicher Förderung: Riester Rente

Doch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) setzt offensichtlich andere Bewertungskriterien an. Bei dieser Bewertung der Riester-Produkte stehen unangemessene Vertriebsmethoden und mangelnde Durchschaubarkeit der Kosten im Vordergrund. Ebenfalls wird die Qualität der Informationen für die Verbraucher nicht sehr hoch angesiedelt. Die Mängelliste ließe sich noch weiter fortführen.

Das DIW glaubt jedoch nicht, dass alle Verbraucherorganisationen die Riesterrenten zu Unrecht kritisieren. DIW-Expertin Kornelia Hagen meint, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Preis-Leistungs-Verhältnis der Riester-Produkte kaum zu durchschauen ist. Immerhin, so Frau Hagen, habe die Politik die Riesterrente als „tragende Säule der Altersvorsorge“ positiv bewertet. Auf diesem Hintergrund sei der Mangel an aussagekräftigen Zahlen nicht nachzuvollziehen.

Auch die von der Politik gelobten Zahlen sind gar nicht so lobenswert. „Es handelt sich hier um Erfolgsmeldungen ohne Fundament“, so die DIW-Kritik. Dabei haben bei genauer Betrachtung nur 37 Prozent der Klientel, die eigentlich dazu berechtigt wäre, einen Riestervertrag abgeschlossen. Es sei unbedingt nötig, zehn Jahre nach Beginn der Riester-Förderung eine realistische Analyse der Riesterrenten und ihrer Umsetzung durchzuführen.

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