Kritik an Zusatzbeiträgen und Halteprämien in der Krankenversicherung

Samstag, 10. April 2010
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Prämien und Zusatzbeiträge vertragen sich nicht miteinander. Der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Dr. Maximilian Gaßner, hat darauf hingewiesen, dass diese Kombination bei den gesetzlichen Krankenkassen nicht geduldet werden kann.

Worum geht es dabei? Die Zusatzbeiträge sind seit Wochen schon überall Thema in den Medien. Krankenkassen, die mit den ihnen zugewiesenen Mitteln aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, müssen von ihren Mitgliedern zusätzliche Beiträge fordern. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Die betroffenen Mitglieder haben dann ein Sonderkündigungsrecht. Sie können zu einer Krankenkasse wechseln, die keine zusätzlichen Beiträge verlangt.

Wichtige Zusatzleistungen: Krankenzusatzversicherung

Nun gibt es Krankenkassen, die ihre Mitglieder zu halten versuchen und ihnen deshalb Prämien auszahlen. Solche Zahlungen sind in jedem Fall wirtschaftlicher als die Rekrutierung neuer Mitglieder mit aufwendigen Werbemaßnahmen. Doch das ist nicht im Sinne des Bundesversicherungsamtes. Dr. Maximilian Gaßner sagt in der Pressemitteilung, dass mit solchen Prämien falsche Signale gesetzt werden.

Zunächst sollen die Versicherten von der Ausübung ihres gesetzlich garantierten Sonderkündigungsrechts abgehalten werden. Weiter wird mit der Ausschüttung von Prämien der Eindruck entstehen, dass Geld genug vorhanden sei und gar keine Rolle spiele. Doch damit würde die Erhebung von Zusatzbeiträgen ad absurdum geführt und ihre Legitimation in Zweifel gestellt. Das Bundesversicherungsamt wird die Krankenkassen, die unter seiner Aufsicht stehen, in diesem Sinne anweisen.

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