Mitspracherecht für Krankenversicherte

Montag, 26. April 2010
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Die BKK24 schlägt einen neuen Weg ein. Als erste Krankenkasse gründet sie einen Beirat, der über Sinn und Unsinn von geplanten und bestehenden Sonderleistungen der Krankenkasse diskutieren soll.

Wenn die Mitglieder gesund sind, dann sinken die Ausgaben. BKK24-Vorstand Friedrich Schütte sieht den Beweis dafür in dem Bonusprogramm seiner Kasse. Dabei werden Beiträge erstattet, wenn Mitglieder aktiv etwas für ihre Gesundheit tun. Trotzdem gibt es Einsparungen. Pro Teilnehmer an den Bonusprogrammen sind das insgesamt fast 130 Euro, die bei Arzneimitteln, Krankenhausaufenthalten und Krankengeld eingespart werden. Wenn alle Mitglieder solche Angebote wahrnehmen würden, könnten die Ersparnisse mehr als eine Million Euro jährlich ausmachen.

Bei anderen Präventionsprogrammen sind die Erfahrungen weniger positiv. Gesundheitskurse am Urlaubsort wurden nicht angenommen und gleich wieder abgeschafft. Doch konnten neue Mitlieder durch ökonomisch durchdachte Angebote gefunden werden. Das waren zum Beispiel Programme zur Verhinderung von Frühgeburten, professionelle Zahnreinigung, Programme zum Abnehmen und Kostenübernahme bei homöopathischen Behandlungen. Von der Krankenkasse bezahlte Kurse im Fitnessstudio sind dagegen umstritten.

Das neu installierte Gremium soll zur Transparenz beitragen und den verantwortungsvollen Umgang mit den Beiträgen transportieren. Vor allem aber soll der Beirat dazu beitragen, dass auch Kunden ohne Interesse an aktiven Vorsorgeprogrammen für die Prävention motiviert werden. Die Entscheidung, ob ein Programm eher der Selbstdarstellung und Werbung dient, soll mit dem Beitrat diskutiert werden. Wenn das Experiment Erfolg hat, so ist Friedrich Schütte sicher, dass andere Kassen sich dem Beispiel anschließen werden. Auch für die Entscheidungen der Politik könnte auf diesem Weg Unterstützung kommen.

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