Verbraucherzentrale kritisiert Anlageberatung
Freitag, 28. Mai 2010Die Mehrzahl aller Verbraucher legt Geld als Altersvorsorge an. Deshalb ist gute Beratung gerade auf diesem Gebiet sehr wichtig. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat deshalb seit Anfang des laufenden Jahres 121 Anlageberatungen ausgewertet.
Das enttäuschende Ergebnis: So gut wie alle Angebote gingen am tatsächlichen Bedarf der Anleger vorbei. Auch wenn zu Beginn der Beratungen bereits Verträge vorhanden waren, so entsprachen auch die meisten dieser Abschlüsse in keiner Weise den tatsächlichen Bedürfnissen der Anleger.
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Die durchschnittliche Zahl der Verträge lag bei 4,5. Von diesen Verträgen waren 2,5 völlig unflexibel. Bei solchen Vereinbarungen müssen alle Kosten gleich beim Vertragsabschluss gezahlt werden. Die Finanzberater verkaufen die Produkte gegen den Bedarf, gegen jede Lebensrealität, sagt Niels Nauhauser, Experte für Finanzanlagen der Verbraucherzentrale.
Wenn ein solcher Vertrag vorzeitig gekündigt werden muss, so sind die bereits gezahlten Kosten obsolet. Die Fachleute der Verbraucherzentrale konnten auch feststellen, dass circa zwei Drittel der Angebote von Finanzberatern mit sehr viel höheren Kosten verbunden waren als Produkte von anderen Anbietern. In 20 Prozent der bestehenden Verträge steckte ein bedeutend höheres Risiko, als die Anleger das eigentlich wollten.
Die Folgen dieser schlechten Beratung sind enorm: “Wir schätzen den Schaden durch nicht bedarfsgerechte Beratung zur Geldanlage und Altersvorsorge auf 45 bis 90 Milliarden Euro jährlich“, schätzt Niels Nauhauser die Folgen ein.
