Pkw-Maut: Steigende Kosten für Autofahrer?

Mittwoch, 23. Juni 2010
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Die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland würde die Autofahrer finanziell weiter belasten – das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ADAC zu den Auswirkungen einer Nutzungsgebühr für Deutschlands Straßen. Bis zu 700 Euro zusätzlich pro Jahr könnten auf die Autofahrer zu kommen. Basis dieser Berechnung ist eine streckenabhängige netzweite Maut mit einem Preis von fünf Cent pro Kilometer.

Für den Staat würden sich damit zusätzliche Einnahmen von jährlich etwa 25 Milliarden Euro ergeben. Erarbeitet wurde die Studie von der Universität Köln im Auftrag des ADAC. Dabei standen neben der verkehrs- und wirtschaftspolitischen Bewertung verschiedener Gebührenszenarien die elektronische Kilometermaut und die Pkw-Vignette im Mittelpunkt.

Nach Ansicht des ADAC ist eine Pkw-Maut mit vernünftiger Verkehrspolitik nicht zu vereinbaren, weil viele Menschen sich die massive Verteuerung der Mobilität nicht mehr leisten können. Die Studie zeige eine eindeutig negative volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Bilanz aller berücksichtigten Szenarien.

Im Ergebnis führe eine Maut zu fallender Fahrleistung und damit zu einem volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro. Auch mit einem Anstieg der Inflationsrate um etwa 0,9 Prozent sei zu rechnen. In der Automobilindustrie sei ein Verlust von etwa 25.000 Arbeitsplätzen zu befürchten, weil Autokäufe wegen niedrigerer Fahrleistungen verschoben werden.

Von den Einnahmen des Staates seien vor allem die Betriebskosten und die Mindereinnahmen bei Energie- und Mehrwertsteuer wegen geringerer Fahrleistung abzuziehen. Damit blieben von den veranschlagten Einnahmen nur noch etwa vier bis fünf Milliarden oder etwa 20 Prozent übrig.

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Der ADAC forderte die Bundesregierung von diesem Hintergrund auf, die Debatte um die Einführung der Pkw-Maut mit einem eindeutigen „Nein“ zu beenden, da es sich nicht mit gesellschaftlichem Wohlstand und einer flexiblen Arbeitswelt vereinbaren lasse.

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