Gesundheitsprämie: Lösung zur Sanierung der gesetzlichen Krankenversicherung?

Mittwoch, 14. Juli 2010

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) belegen es – die Einführung einer Gesundheitsprämie würde den Bund um etwa 4,5 Milliarden Euro gegenüber dem aktuellen Status quo entlasten. Die Gesundheitsprämie würde monatlich pro Kopf 250 Euro betragen und könnte dann die derzeitigen Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung decken.

Der soziale Ausgleich wäre möglich, indem die Krankenversicherten einen Zuschuss vom Staat erhalten, deren jährliche Prämie 16,5 Prozent des Einkommens übersteigt. Dieser Zuschuss wäre aus Steuern zu finanzieren.

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Die Gesundheitsprämie könnte einige der massiven Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen, denn sie sorgt für Preistransparenz und kostenbewusste Nachfrage, weil sie die Kosten der medizinischen Versorgung widerspiegelt. Für die Versicherten entsteht damit ein Anreiz, einen Tarif mit möglichst günstigen Versorgungsangeboten zu wählen, solange die Qualität gleich bleibt.

Das System der Gesundheitsprämie bleibt dabei in jedem Fall sozial gerecht, wie das Institut der deutschen Wirtschaft darlegt. Kinder bleiben beispielsweise von Beitragszahlungen befreit, und das Solidarsystem hat nach wie vor Bestand. Der Vorteil der Gesundheitsprämie liegt damit vor allem in der Transferzahlung, die sich nicht nach dem beitragspflichtigen, sondern nach dem kompensationsrelevanten Einkommen richtet.

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Das wiederum erfasst auch Entgeltbestandteile, die oberhalb der Bemessungsgrenze liegen sowie beitragsfreie Einnahmen. Außerdem findet das Einkommen des unterhaltspflichtigen Partners Berücksichtigung. Der zweite Vorteil ist in der gerechteren Lastverteilung zu sehen. Der Transferanspruch wird bei zu hoher Belastung nicht mehr nur von den Versicherten getragen, sondern von allen Steuerzahlern finanziert.