Sinkende Zahl der gesetzlichen Krankenkassen

Dienstag, 20. Juli 2010

Mehr als 1.000 gesetzliche Krankenkassen sind in den letzten 20 Jahren vom Markt verschwunden, wobei der Schwerpunkt der Konzentration im Markt der Krankenkassen erst vor der Einführung der freien Krankenkassenwahl Ende 1996 lag.

Zum damaligen Zeitpunkt haben sich vor allem die bisher örtlich unabhängigen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKs) zusammen geschlossen. Allerdings wurden auch danach eine ganze Reihe gesetzlicher Krankenkassen im Rahmen von Aufkäufen und Fusionen zu großen Kassen verschmolzen und zusammen geführt. Am 01. Juli 2009 waren dem Bundesgesundheitsministerium noch 186 Kassen bekannt, zum Jahreswechsel 2009/2010 liegt diese Zahl bei etwa 175.

Private Zusatzleistungen: Krankenzusatzversicherung

Ein Hintergrund für die starke Welle an Fusionen bei den gesetzlichen Krankenkassen ist sicher auch, dass Krankenversicherer seit 2007 beispielsweise Arzneimittelrabatte aushandeln oder mit Hausarztverbänden eigene Vergütungsvereinbarungen treffen können. Kassen mit hohen Mitgliederzahlen haben entsprechend bessere Chancen, Preisnachlässe zu verhandeln und durchzusetzen.

Bezüglich der Versichertenzahlen haben im Augenblick die 15 AOKs und die acht Ersatzkrankenkassen die meisten Mitglieder. Sie versichern gemeinsam über 66 Prozent der Beitragszahler. Die 155 Betriebskrankenkassen halten einen Marktanteil von immerhin 19 Prozent.

Untereinander dürften sich die Mitgliederzahlen durch die gerade erhobenen Zusatzbeiträge in den nächsten Monaten wiederum verschieben. Mit der Einführung der Zusatzbeiträge haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht, das es ihnen ermöglicht, die Krankenkasse zu wechseln und eine Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag auszuwählen.