Trotz Finanzkrise: Das Vermögen der Deutschen wächst weiter
Mittwoch, 8. September 2010Auch im Krisenjahr 2009 haben die Privathaushalte in Deutschland ihr Geldvermögen weiter vermehrt. Rund 147 Milliarden Euro liegen bei Banken, Versicherungen und in Depots aller Art, was einen neuen Rekord seit der Jahrtausendwende darstellt.
Die Deutsche Postbank AG erwartet, dass sich dieser Trend auch 2010 fortsetzt. Da gleichzeitig die private Verschuldung voraussichtlich sinken wird, gibt es insgesamt für 2011 keine Zeichen für ein sich änderndes Spar- oder Verschuldungsverhalten.
Das Geldvermögen ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich weiter gestiegen. Zu Beginn der 1990er Jahre lag es noch bei 1.926 Milliarden Euro, zur Jahrtausendwende dann bei etwa 3.444 Milliarden Euro.
Das Netto-Geldvermögen als Differenz von Geldvermögen abzüglich der Verbindlichkeiten ist in den letzten Jahrzehnten noch stärker gewachsen. Zwischen 1999 und 2009 ist das Bruttovermögen nur um 36 Prozent gestiegen, das Nettovermögen allerdings sogar um 50 Prozent.
So wurden in den letzten 5 Jahren kontinuierlich mehr Schulden getilgt als neue aufgenommen. Damit sank das Verhältnis der Verbindlichkeiten zum verfügbaren Einkommen und deshalb auch das Niveau der Privatverschuldung.
Im internationalen Vergleich allerdings sind die Deutschen nicht wirklich reich. Der Rückstand, den sie gegenüber Privatpersonen anderer Länder bisher hatten, haben sie zwar ausgeglichen, im Vergleich mit den wohlhabenden US-Amerikanern oder den Briten haben sie aber nur einen Teil aufgeholt. Deshalb haben Briten und Amerikaner noch immer ein Drittel oder sogar die Hälfte mehr an Geldern zurück gelegt als die Deutschen.
Allerdings sind in diesen Ländern auch die Schulden pro Kopf höher, so dass Deutschland letztlich im Vergleich gesehen gar nicht so schlecht positioniert ist.
