Klingelton-Anbieter: Hohe Kosten und fehlende Preisangaben

Sonntag, 10. April 2011
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Ausgefallene und auffallende Handyklingeltöne sind nach wie vor sehr angesagt – doch häufig mit Abofallen oder überteuerten Preisen verbunden. Dem Verbraucher droht hier regelmäßig Ärger, wenn er einen neuen Klingelton herunterlädt und dabei versehentlich einen neuen und zusätzlichen Tarif oder ein Abonnement abschließt. Und nicht nur ungewünschte Abonnements sind der Grund für regelmäßigen Ärger – auch fehlende Preisangaben tragen allenfalls zur Verwirrung der Verbraucher bei.

Geht es nach der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dann ist mit solchen Ärgernissen in Zukunft endgültig Schluss – denn insgesamt zehn Anbieter mit Handyklingeltönen im Produktportfolio wurden von den Verbraucherschützern bereits abgemahnt.

Bisher bot sich bei dem Wunsch nach einem neuen Klingelton folgendes Bild – wollte man im Internet einen neuen Ton kaufen, so wurde der Preis oft erst angezeigt, wenn der Kauf mit dem Klick des Buttons „Kaufen“, „Bestellen“ oder „Download“ bereits abgeschlossen war. Doch dies – so die Ansicht der Verbraucherschützer – ist ein klarer Verstoß gegen die Preisangabeverordnung. In der Folge wurde eine Reihe von Anbietern abgemahnt, unter ihnen auch die etablierten Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus.

Denn diese Firmen gehen schlicht irreführend vor – so die Meinung der Verbraucherzentrale. Sie locken die Kunden durch die Hintertür in ein Abonnement! Denn obwohl lediglich ein Klingelton ausgewählt wurde, ist mit der jeweiligen Bestellung automatisch der Kauf eines Abonnements verbunden – zu saftigen Preisen. Schlimmer noch – der Kauf eines Klingeltons ohne Abonnement ist überhaupt nicht vorgesehen. So sah sich die Verbraucherzentrale NRW am Ende gezwungen, juristische Instrumente wie Abmahnungen oder Einstweilige Verfügungen einzusetzen.

Das Zwischenergebnis der Aktion kann sich sehen lassen – die Telekom, O2, E-Plus, Arvato Mobile, Fox Mobile, mobilcom-debitel und einige weitere Anbieter haben ihre Internetseiten zwischenzeitlich geändert. Doch ein Ende der Angelegenheit ist noch nicht in Sicht – einige Anbieter haben ihren Bestellvorgang nicht ausreichend geändert. Wieder andere verweigerten die Unterlassungserklärung, die die Verbraucherzentrale gefordert hatte. In diesen Fällen wird die Verbraucherzentrale auf gerichtlichem Wege vorgehen.

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