Schlechte Beratung junger Leute zur Altersvorsorge

Freitag, 29. April 2011
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Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW brachte es ans Licht – die Beratung junger Leute zur Altersvorsorge nimmt immer noch desaströse Ausmaße an. Zehn Versicherungen und Makler wurden befragt – die Aussagen der Berater verschlagen so manch einem Verbraucherschützer aber schlicht die Sprache.

Der Testfall war einfach gehalten – eine Studentin mit einem monatlichen Einkommen von 850 Euro aus BAföG und Unterstützung der Eltern fragte, ob sie jetzt schon an die Altersvorsorge denken soll. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand – nach Abzug aller Kosten bleiben nur rund 100 Euro als wichtige, wenn auch kleine Reserve für Notfälle.

Altersvorsorge mit staarlicher Förderung: Riester Rente

Demnach bleibt schlicht nichts mehr übrig für die Altersvorsorge. Jeder Berater, der seinen Beruf seriös ausführen möchte, müsste zu diesem Schluss kommen – doch sie sind offensichtlich weniger auf die kundengerechte Beratung konzentriert, als vielmehr auf die Provision, die sie für jeden Abschluss erhalten.

So zeigte dann keiner der Berater ernsthaftes Interesse an der finanziellen Situation der unerfahrenen Kundin. Einzig die Frage nach der Höhe eines monatlichen Beitrags wurde von den meisten Beratern gestellt. So verwundert das Ergebnis der Beratung dann auch nicht – private Rentenversicherungen, fondsgebundene Renten, Rürup- und Riesterverträge lauteten die Empfehlungen. Gerade hier lockt das Argument der Zulagen oder Steuervergünstigungen vom Staat – auf die eine junge Studentin allerdings keinen Anspruch hat, weil eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit fehlt. Kein Grund allerdings für zwei Makler, von dieser Empfehlung abzusehe.

Zwischen 40 und 100 Euro wollten die Verkäufer aus dem eng bemessenen Budget der Kundin für die Altersvorsorge anlegen. Auch Berufsunfähigkeits- und Kapitallebensversicherungen standen auf der Empfehlungsliste der Berater – sie bringen den Vermittlern die besten Provisionen. Für eine junge Studentin aber haben sie vor allem den Nachteil hoher Kosten und eines Schutzes, den sie noch nicht benötigt.

Besonders erschreckend – eine Beratung empfahl der jungen Studentin ohne freie Reserven drei verschiedene Produkte einschließlich eines Bausparvertrags. Die lapidare Begründung – Geld für ein Auto oder einen Computer braucht man immer. Der Zusammenhang zu einer seriösen, kundengerechten Beratung zum Thema Altersvorsorge ist dabei nur noch schwer nachzuvollziehen.

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