Ergo Riester Rente: Die Ergo Versicherung bessert nach

Dienstag, 23. August 2011
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Wer 2005 bei der ERGO einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann jetzt auf eine Nachbesserung inklusive einer finanziellen Besserstellung hoffen. In den Medien war im Juni von Fehlern in den Antragsformularen der ERGO berichtet worden. Das Unternehmen hat den Vorfall kurz darauf bestätigt und Untersuchungen durch interne und externe Prüfer eingeleitet.

Der Fehler liegt in einem auf der Rückseite des Vertragsformulars zu niedrig angegebenen Kostensatz. Die ERGO Lebensversicherung AG wird nun nachträglich die betroffenen Verträge mit dem zum Zeitpunkt des Abschlusses korrekten Tarif und dem niedrigeren Kostensatz neu berechnen. Kunden, die in der zweiten Jahreshälfte 2005 ihren Riester-Vertrag abgeschlossen haben, werden nach Abschluss der Neuberechnung vom Unternehmen direkt benachrichtigt.

Umfangreiche Untersuchungen
Die mehrere Jahre zurückliegende Panne des Versicherungsunternehmens wird gründlich untersucht. Offen ist demnach, wie es zu einem Druckfehler kommen konnte, der das Unternehmen nach ersten Schätzungen einen einstelligen Millionenbetrag kosten wird. Die unabhängigen Wirtschaftsprüfer von PWC werden sich in enger Zusammenarbeit mit den Revisionsabteilungen von ERGO und der Munich Re zudem damit beschäftigen, die betroffenen Kundenkreise eindeutig zu identifizieren und abzugrenzen. Vorläufig ist davon auszugehen, dass rund 14000 ERGO-Kunden in nächster Zeit vom Unternehmen über die Vertragsnachbesserungen informiert werden.

Untersuchungsgegenstand der sorgfältigen Prüfung werden auch Gerüchte sein, nach denen die Panne bereits im Jahr 2005 hausintern bekannt gewesen sein soll. Die Unternehmensleitung misst dem Vorfall große Bedeutung zu. Revision und Wirtschaftsprüfer sind direkt dem Vorstandsvorsitz und dem Aufsichtsrat berichtspflichtig.

Offensive Medienpolitik
Im Wirtschaftsjahr 2011 ist die ERGO Versicherungsgruppe kaum aus den negativen Schlagzeilen herausgekommen. Vorwürfe wegen Fehlverhaltens und Betrugs wurden schon vor Bekanntwerden der Formularpanne erhoben. Zur Schadenminimierung hat sich das Unternehmen für eine offensive Krisenkommunikation entschieden und geht offen auf Kunden und Öffentlichkeit zu. Höchste Managementkreise versprechen, „geeignete Maßnahmen“ zu ergreifen, um ähnliche persönliche und formelle Verfehlungen zukünftig zu vermeiden.

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