Anschlussfinanzierung

Wenn man den Bau oder Kauf einer Immobilien finanzieren möchte, steht einem dazu in der Regel ein Hypothekendarlehen zur Verfügung. Hinsichtlich der Zinskonditionen kann man sich hier zwischen einem variablen Zinssatz und einem Festzinssatz für eine bestimmte Laufzeit entscheiden, die zumeist 5 oder 10 Jahre beträgt.

Kurz bevor die Laufzeit der Festzinsvereinbarung endet, benötigt man ein neues Darlehen, da dies gesamte Finanzierung fast nie in 5-10 Jahren durchgeführt werden kann. Dieses neue Darlehens wird im Anschluss an das erste Darlehen in Anspruch genommen und daher auch als Anschlussfinanzierung bezeichnet.

Der Kunde hat normalerweise die freie Wahl, ob er die Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank weiter führt, oder sich nach einem neuen Anbieter umschaut. Der Hauptaspekt, den man im Rahmen der Anschlussfinanzierung beachten sollte ist, das man sich frühzeitig über die angebotenen Zinsen verschiedener Banken informiert.

Eine Anschlussfinanzierung birgt natürlich stets auch finanzielle Risiken. Angenommen, man hatte innerhalb des bisherigen Darlehens einen Zinssatz von vier Prozent festgeschrieben, aber seit der ersten Finanzierung sind die Marktzinsen nun deutlich gestiegen.

Daher kann es durchaus möglich sein, dass die Anschlussfinanzierung nun aktuell mit einem Zinssatz von sechs Prozent durchzuführen ist. Eine Zinsmehrbelastung von zwei Prozent bei der Anschlussfinanzierung macht zum Beispiel bei einer Restschuld von 100.000 Euro einen Betrag von 2.000 Euro im Jahr an Mehrbelastung aus.

Man kann sich vor einer sehr teuren Anschlussfinanzierung im Grunde nur „schützen“, wenn man die Entwicklung der steigenden Zinsen absehen kann. In diesem Fall kann man bereits ein oder zwei Jahre vor Ablauf der aktuellen Zinsfestschreibung ein so genanntes Forward-Darlehen abschließen, um sich den noch günstigen Zinssatz zu sichern.

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