Vorfälligkeitsentschädigung

Grundsätzlich sind weder der Kreditnehmer noch der Kreditgeber berechtigt, Immobiliendarlehen mit einer Zinsfestschreibung vor dem Ablauf der Zinsfestschreibungsfrist zu kündigen. Dennoch kann es vorkommen, das Kreditnehmer aus bestimmten Gründen (Umschuldung, Neuordnung der Baufinanzierung, gesunkene Marktzinsen) die bestehende Festzinsvereinbarung vorzeitig beenden möchten und diese kündigen. Die Bank als Kreditgeber ist zwar rechtlich nicht verpflichtet, diese Kündigung zu akzeptieren, tut dieses in der Regel allerdings aus Kulanz dennoch. Allerdings wird in solch einem Fall fast immer eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung berechnet.

Es handelt sich bei der Vorfälligkeitsentschädigung quasi um einen entgangenen Gewinn der Bank, den der Kreditnehmer ersetzen muss, da er die bestehende Zinsvereinbarung vorzeitig beendet und der Bank dadurch der Zinsgewinn für die Restlaufzeit entgeht.

Dieses ist in jedem Fall dann der Fall, wenn der vereinbarte Zinssatz höher ist, als der Zinssatz, zu dem der Kunde nach Kündigung der Vereinbarung ein neues Darlehen erhalten kann. Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ist an keine bestimmte Höhe gebunden, sondern diese kann von den Kreditgebern (natürlich innerhalb eines bestimmten Rahmens) relativ eigenständig berechnet werden, von daher gibt es in diesem Bereich auch verschiedene Berechnungsmethoden.

Durchschnittlich kann der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die Vorfälligkeitsentschädigung in der Höhe des Schadens ausfällt, den die Bank aufgrund der nun geringeren Zinsmarge erhält. Bei einer Darlehensrestschuld von beispielsweise 100.000 Euro und einer ursprünglichen Restlaufzeit der Zinsvereinbarung von noch zwei Jahren, würde die Vorfälligkeitsentschädigung bei einer um ein Prozent verringerten Zinsmarge aufgrund des neuen und für den Kunden günstigeren Zinssatz rund 2.000 Euro betragen, abzüglich verringertet Risiko- und Verwaltungskosten seitens der Bank.

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